Untergründe/ Untergrundprüfung

Voraussetzung für eine fachgerechte Verlegung von Bodenbelägen ist ein optimaler Untergrund.

In der Fachliteratur sowie in technischen Merkblättern heißt es:

Der Unterboden muss eben, fest, trocken, staub- und rissfrei sein.

Als Laie werden Sie nun auf einige Probleme stoßen, bei der Prüfung nach Ebenheit, Festigkeit, Staub- und Rissfreiheit können Sie noch bescheidene Werkzeuge wie Richtlatte Ritzer und Augenmaß verwenden, doch bei der Prüfung der Feuchtigkeit wird es schon nicht mehr möglich sein ohne einen Profi auszukommen.

Ebenheit:

Diese Prüfung erfolgt mittels Richtlatte und Messkeilen. Die Richtlatte(mind. 2 Meter) wird auf den Untergrund aufgelegt und die hohl liegende Stelle mit einem Messkeil unterfüttert anhand der Skala am Keil kann nun die Höhe zwischen zwei Auflagepunkten der Richtlatte abgelesen werden.( Statt eines Messkeil können Sie auch einen einfachen Holzkeil verwenden und am Messpunkt die Höhe zwischen Untergrund und Richtlatte mit einem Metermaß ablesen- ist aber nicht optimal).

Messkeil2 Messkeil

Maßtoleranzen in Bezug Stichmaße als Grenzwerte in mm bei Meßpunktsabständen in m bis
0,1m 1m 4m 10m › 15m
Flächenfertige Böden, Unterlagsböden zur Aufnahme von Bodenbelägen, wie Laminat, und ähnliche Klickböden 1mm 3mm 9mm 12mm

 

Festigkeit

Diese Prüfung wird mittels einer Gitter-Ritz-Probe durchgeführt. Dieses Gerät ist ähnlich einem Kugelschreiber mit einer Stahlspitze. Im Inneren befindet sich eine Feder die auf den Stahlstift drückt und in drei Druckstufen eingestellt werden kann. Mit Hilfe einer Schablone wird der Estrich nun in 10mm Abständen eingeritzt dann nochmals quer (ca. 60 Grad) dazu. Anhand der Ausbruchstellen im Kreuzungsbereich ist nun die Festigkeit erkennbar.

Je nach Druckeinstellung sollten jedoch keine Ausbrüche vorhanden sein.

Staubfrei

Untergrund muss gesaugt werden.

Rissfrei

Der Untergrund darf keine Risse aufweisen ( oftmals bei alten Estrichen ).

Trocken

Und hier fangen die meisten Probleme so richtig an. Wurde bei Ihnen ein neuer Estrich eingebracht sollte in jedem Fall eine Feuchtigkeitsprüfung durchgeführt werden, denn, und die Kollegen mögen es mir verzeihen, die ausführenden Firmen haben leider mit dem Druck der Auftraggeber, sei es Architekt oder Bauträger zu kämpfen und vernachlässigen dieses Thema nur all zu oft.

Alle nass eingebrachten Estriche benötigen eine gewisse Trockenzeit abhängig von Art, Dicke und Klima. Nach der Trocknung bleibt immer eine gewisse Restfeuchtigkeit die als Haushaltsfeuchte bezeichnet wird und je nach Materialart (Zement, Anhydrit usw.) verschieden ist.

 Feuchtigkeitsprüfung mit dem CM- Messgerät

Mit Hammer und Meisel wird ein kleines Stück Estrich herausgestemmt, zerkleinert und in eine Druckflasche gefüllt, in der Flasche befindet sich eine Ampulle mit Carbid sowie lose Stahlkugeln. Die Flasche wird fest verschlossen und geschüttelt, dadurch zerbricht die Ampulle, deren Inhalt reagiert mit der Feuchtigkeit der Estrichprobe, es entsteht Acetylengas und der Druck des Gases wiederum wird an einem Manometer, das sich am Verschluss der Flasche befindet abgelesen.

Der hier ermittelte Wert wird einer Tabelle gegenübergestellt und ergibt den Feuchtegehalt.

Elektronische Messgeräte sind derzeit nur für Vorabprüfungen zugelassen.